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Demenz und Altersschwerhörigkeit

Wissenschaftler haben noch nicht herausfinden können, warum eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko einer Demenzerkrankung und eines kognitiven Verfalls erhöht. Mehrere Studien lassen vermuten, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren auf die Hörverschlechterung die Demenz folgt.

Wissenschaftler des Trinity College in Dublin forschten, ob mit dem Hörorgan tatsächlich auch gleichzeitig das Gehirn abbaut? Und wenn ja, eignet sich Altersschwerhörigkeit als Indikator für Demenz? Das Team um den Neurologen David G. Loughrey untersuchte die Zusammenhänge anhand der Daten von insgesamt 20’264 Patienten, die an 36 Studien teilgenommen hatten. Die Forscher konnten tatsächlich einen kleinen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen dem altersbedingten Hörverlust und Demenz finden. Die Gründe sind unklar. Neben Durchblutungsstörungen im Gehirn und dem allgemeinen physiologischen Abbau könnten die beeinträchtigte Kommunikation oder die bei Depressionen reduzierte Aufmerksamkeit eine Rolle spielen, so die Autoren.

Eine neuere Studie aus Taiwan mit Gesundheitsdaten von rund 16 000 Menschen zeigt, dass insbesondere hörbeeinträchtigte Menschen, die zwischen 45 und 64 Jahren alt sind, ein höheres Demenzrisiko haben, wie Gleichaltrige ohne Hörschwierigkeiten. Das Risiko kann durch Gehörschutz, periodische Hörtests und Hörgerätetragen reduziert werden.

 

Quellen: Association of Age-Related Hearing Loss With Cognitive Function, Cognitive Impairment, and Dementia: A Systematic Review and Meta-analysis;Loughrey DG et al. Otolaryngol Head Neck Surg 2018; 144: 115-126
Association of Hearing Loss With Dementia; Chin-Mei Liu et al. Jamanetworkopen July 2019

 

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